Leistungsbeschreibung vdb/PPM
In den nächsten Monaten wird die Modernisierung der Kommunikationsverfahren der Deut-schen Bundesbank vorangetrieben. Dies betrifft auch stark die öffentlichen Kassen. Die Belegeinreichung wird zentralisiert, für Prio1-Zahlungen besteht DFÜ-Pflicht. Das Einreichen von Datenträgern wird Ende 2009 eingestellt. Das EÖ-Gateway wird Ende 2010 abgelöst.
Das neue Angebot der Deutschen Bundesbank erlaubt dann die Übertragung von Zahlun-gen mit
• FinTS (Financial Transaction Services)
• EBICS (Electronic Banking Internet Communication Standard)
Die Abwicklung über EBICS, einem einheitlichen multibankfähigen Standard für den elektro-nischen Zahlungsverkehr, ist insbesondere für Kunden mit größerem Zahlungsverkehrsum-fang geeignet. EBICS arbeitet dateiorientiert, basiert auf Internettechnologie und arbeitet mit asymmetrischen Kryptografieverfahren (elektronische Signaturen).
Mit EBICS wird der gesamte Leistungsumfang für die öffentlichen Kassen abgedeckt. Es können in dem multibankfähigen PAIN-Formaten sowohl SEPA-Überweisungen als auch ab dem 2. November dieses Jahres SEPA-Lastschriften eingereicht werden.
Über EBICS werden auch die properitären (nicht multibankfähigen) „EÖ-DTA-Formate“ gemäß den Spezifikationen für den elektronischen Zahlungsverkehr der Deutschen Bundesbank abgewickelt.
Die Einlieferung von Zahlungsaufträgen kann parallel über FinTS oder EBICS erfolgen. Bezüglich der Auslieferung der Zahlungen ist für jedes Konto die Entscheidung zu treffen, ob diese über FinTS oder über EBICS erfolgt.
Bei der Ein- und Auslieferung von Zahlungsaufträgen über EBICS kann das Zahlungsver-kehrssystem vdb/PPM eingesetzt werden, dessen Leistungen im Folgenden beschrieben werden.
Gegebenenfalls parallel zu vdb/PPM über FinTS erfasste Aufträge, werden auf dem Bun-desbankkonto gebucht und im Kontoauszug ausgewiesen. Über vdb/PPM eingereichte Zahlungsaufträge sind in der Regel Sammelaufträge und werden auch in Summe auf dem Bundesbankkonto gebucht. Eine Ausnahme bilden eilige Zahlungen, Eingänge werden als DTA- oder DTI-Datei zur Verfügung gestellt. Auf dem Kontoauszug erscheint jeweils eine Sammelbuchung.
Leistungsumfang
1. Erfassung von Zahlungen
Zahlungen können im DTA-Format (Überweisungen und Lastschriften) erfasst und über den EMZ (Massenzahlung) oder das Hausbankverfahren (eilige Zahlungen) weitergeleitet werden.
Darüber hinaus ist eine Erfassung im SWIFT-Format für eilige Zahlungen und grenzüber-schreitende Zahlungen in EURO und Fremdwährung möglich. Im Rahmen der manuellen Erfassung erfolgt eine Freigabe im Rahmen des Vieraugen-Prinzips.
2. Datenimport
Zahlungsaufträge können im DTA-Format (multibankfähiges Disketten- oder Magnetband-format) entgegen genommen werden.
Diese Dateien werden in vdb/PPM importiert, geprüft, abgestimmt (gegen einen Daten-trägerbegleitzettel – einstellbar) und freigegeben. Die freigegebenen Dateien werden dann für die Übertragung an die Bundesbank bereitgestellt.
3. Bundesbankeingang
Die von der Bundesbank entgegen genommenen DTA- und DTI-Dateien können in einem konfigurierbaren Format (in der Regel multibankfähiges Disketten- oder Magnetbandformat) für die Weiterverarbeitung zur Verfügung gestellt werden.
4. Abweichende Formate
Für den Import und Export können auch abweichende Formate konfiguriert werden, wie z.B. CSV-Dateien.
5. Kommunikationsinfrastruktur
Für die Kommunikationsinfrastruktur kann ein in die Anwendung von vdb/PPM integriertes Modul der van den Berg AG zurzeit nur bedingt eingesetzt werden. Im Gegensatz zu der Banken-EBICS-Lösung ist es für die öffentlichen Kassen nicht erlaubt, die für die EBICS-Kommunikation benötigten Schlüssel auf dem Festplattensystem gesichert abzulegen.
Anders als bei Banken wird bei den öffentlichen Kassen mit personalisierten Unterschriften bei der EBICS-Übertragung gearbeitet. Im Rahmen der Produktweiterentwicklung wird vdb/PPM auch für die Ausgabe ein 4-Augen-Prinzip vorsehen. Der Mitarbeiter der die Ausgabe veranlasst und der Mitarbeiter, der die Ausgabe freigibt, muss sich zusätzlich mit Hilfe der von der Deutschen Bundesbank freigeschalteten Legitimationsmedium autorisieren. Hausinterne Tests haben ergeben, dass es möglich ist, den USB-Stick in eine Terminalserversitzung „mitzunehmen“.
Unabhängig davon kann auch ggf. vorhandene Infrastruktur, wie z.B. SFIRM oder Proficash genutzt werden.
6. Mandatenfähigkeit
vdb/PPM unterscheidet zwischen einer Mehr-Mandantenlösung und der Verwendung von Bankenkreisen.
Bei einer mandantenfähigen Lösung wird für jeden Mandanten ein eigenständiges PPM-System aufgesetzt. Datenhaltung für die einzelnen Mandanten erfolgt separat. Bei diesem Modell fallen für jeden Mandanten weitere Lizenzkosten an.
Bei der Verwendung von Bankenkreisen können aufgrund von Bankleitzahlen bzw. Konto-nummern Bankenkreise gebildet werden, die einzelnen Abteilungen zugeordnet werden. Der Mitarbeiter sieht dann nur die Zahlungen für seine Abteilung.