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Aktueller Stand in Instant Payments

Die Banken tauschen untereinander Instant Payments nicht direkt sondern über CSMs (Clearing and Settlement Mechanisms) aus. Die folgenden CSMs haben sich in diesem Jahr für Instant Payments am Markt positioniert:

Zahlungsabwicklung Bankaufsicht Instand Payment ab
EBA CLEARING European Central Bank 21/11/17
EquensWorldline De Nederlandsche Bank 21/11/2017
Iberpay Banco de Espana 30/07/2017
ACH ICBPI Banca d´Italia 30/07/2017
Lietuvos Bankas Lietuvos Bankas 21/11/2017
Nets A/S Finanstilsynet 01/11/2017
STET Banque de France 21/11/2017

17 Banken aus 8 Ländern sind am 21.11.2017 mit Instant Payments über RT1 (Clearing and Settlement System der EBA-Clearing) live gegangen, darunter auch die UniCredit Bank aus Deutschland. Im Juli 2018 wird auch die deutsche Sparkassen Finanzgruppe folgen.

Datum Land Anzahl der Banken
21.11.2017 Österreich 474
Deutschland 1
Spanien 86
Italien 16
Lettland 3
Estland 2
Niederlande 2
Litauen 1
11.12.2017 Litauen 1
Deutschland 1
10.07.2018 Deutschland 406
Österreich 1

Quelle: https://www.europeanpaymentscouncil.eu

Die EBA Clearing hat den Betrieb im November 2017 aufgenommen, 6 weitere Clearing and Settlement Mechanism (CSMs) (s.Kapitel 2.8) folgen zu einem späteren Zeitpunkt.



Zur Unterstützung von Instant Payments führt das EURO-System TIPS (=TARGET Instant Payment Settlement) ein. 

  • TIPS erweitert die Verfügbarkeit des Settlements mit Zentralbankgeld auf 24/7 und ermög-licht ein endgültiges Settlement.
  • Die Teilnahme an TIPS ist freiwillig.
  • Die in TIPS gehaltene Liquidität wird auf die Mindestreservehaltung angerechnet.
  • Die Preisobergrenze pro Transaktion liegt bei 0,2 Cent, also unter den Kosten für eine SEPA-Überweisung (bei der Deutschen Bundesbank) von 0,25 Cent.
  • TIPS soll ab November 2018 zur Verfügung stehen.

Im Zuge der Einführung von TIPS hat das EURO-System eine Marktkonsultation durchgeführt, die die folgenden zu erwartenden Transaktionszahlen bezüglich Instant Payments als Ergebnis hervorgebracht hat:

Durchschnittliche Anzahl der Instant Payments Transaktionen in der
Euro-Zone**
Durchschnittliche Umwandlungsrate
bis 2020
Geschätzte Anzahl der Instant Payments Transaktionen bis 2020 (in M) Durchschnittliche Umwandlungsrate bis 2023 Geschätzte Anzahl der Instant Payments Transaktionen bis 2023 (in M)
Überweisungen 22% 10,9 36% 17,9
Lastschriften 7% 3,3 13% 6,3
Schecks 7% 0,5 8% 0,6
Debitkarten 10% 7,0 17% 11,8
Kreditkarten 6% 0,7 12% 0,8
Zahlungstransaktionen mit elektronischem Geld ausgegeben von ansässigen PSPs 7% 0,4 12% 0,8
Andere Zahlungsmittel* 7% 0,5 14% 1,0
TOTAL - 23,3 - 39,6
Gesamtprozentsatz für alle Zahlungsinstrumente 13% 25,2 23% 45,8

* Bargeldtransaktionen sind nicht unter dem Unterpunkt „Andere Zahlungsmittel“ zusam-mengefasst, da verlässliche Statistiken fehlen. Nichtsdestoweniger haben viele Befragte Bargeldtransaktionen als eines der Hauptzahlungsmittel benannt, die in Instant Payments übergehen werden.

**Diese Kalkulationen basieren auf den Daten aus den Jahren 2015 und 2014 der ECB Datenbank.
Quelle: www.ecb.europa.eu

Erwartungen des Handels 

Neue Systeme haben dann eine Chance, wenn sie


  • Kostenvorteile bringen
  • vom Kunden gewünscht und akzeptiert werden.
    (Sicherheit, einfache Handhabung, Zusatznutzen, für alle Gelegenheiten ein-setzbar: P2P, Kleinbeträge, reichweitenstark)
  • wettbewerbsrechtlichen Grundsätzen genügen.
    (Interchange, Organisationsstruktur / Mitwirkungsmöglichkeiten)
  • praxisgerechte Technik verwenden.
    (Offene Standards, Abwicklungsgeschwindigkeit)
  • multichannelfähig sind
  • Handelsposition stärken.
  • Datenhoheit sichern.
  • ausfallsicher sind.
  • eine schnelle Abwicklung ermöglichen.
  • ...

Besondere Anforderung Abwicklungsgeschwindigkeit

  • Prozessablauf am Terminal von besonderer Bedeutung
  • Handel will Hoheit über Abläufe und Prozesse behalten
  • Problem Kunden-Device: Nicht in der Hoheit des Handels
  • Erhöhter Kommunikationsaufwand an der Kasse muss vermieden werden
  • Vielzahl von Zahlungsarten führt zu längeren Abwicklungszeiten
    (Kommunikation, Antwortzeiten, höheres Ausfallrisiko, …)

    Handel stets in Bemühungen zur Optimierung der Zeiten

    Benchmark: Gesamter Kartenzahlungsvorgang: 15 - 20 Sek

    Zeitfenster Autorisierungsanfrage/-Antwort: 2 - 3 Sek


Quelle: Instant Payment - Potential für den Handel? Anforderungen, Optionen und Entwicklungen 15. April 2016

Befragung der ibi research an der Universität Regensburg 

Eine aktuelle Befragung der ibi research an der Universität Regensburg in Kooperation mit der ING-DiBa AG und der van den Berg AG hat untersucht, welche Auswirkungen Instant Payments auf den Zahlungsverkehr deutscher Organisationen (Unternehmen, Behörden, Vereine, Spendenorganisationen) sowie Privatpersonen haben können und wie die Wünsche dieser Gruppen an ein Instant-Payment-Verfahren sind.


Diese Befragung hat ergeben, dass


  • viele Unternehmen verstärkten Bedarf an einer sofortigen Zahlung haben und Instant Payments nicht abgeneigt sind,
  • Zahlungsempfänger Instant Payments insbesondere beim Umgang mit we-niger solventen Schuldnern für sinnvoll halten,
  • Unternehmen Wert darauf legen, dass ein Instant-Payment-Verfahren schnell in bestehende Systeme integriert und im Euro-Raum flächende-ckend genutzt werden kann,
  • eine intuitive Nutzung genauso wichtig wie eine transparente Kostenstruktur ist (die Transaktionskosten dürfen nicht höher sein als bei aktuell genutzten Verfahren),
  • der sofortige Eingang der Instant-Payment-Zahlung und die Verkürzung der Dispositionszeiten für Zahlungsempfänger der größte Vorteil ist,
  • Unternehmen Instant Payments auch für Großbetragszahlungen nutzen möchten


Dieselbe Befragung von Verbrauchern hat ergeben, dass

  • Verbraucher sofortige Zahlungen durchaus für nützlich halten,
  • Privatpersonen vor allem bei schnell durchzuführenden Zahlungen und bei Online-Käufen großes Potenzial sehen,
  • Instant Payments einfach und intuitiv nutzbar sein müssen, um für Privat-personen attraktiv zu sein,
  • Privatpersonen Wert darauf legen, dass ein Instant-Payment-Verfahren zu-mindest deutschlandweit flächendeckend akzeptiert wird,
  • Wunschkandidaten für die Kunde-Bank-Schnittstelle die Banken und Spar-kassen sind,
  • Privatpersonen eine Auslösung der Instant-Payment-Zahlung durch die PIN-Eingabe am Kassenterminal favorisieren,
  • Der gesamte Instant-Payment-Bezahlvorgang an der Kasse nicht länger dauern darf als das Bezahlen mit aktuellen Verfahren,
  • Privatpersonen ein Potenzial von Instant Payments im Ersetzen des Bargel-des sehen,
  •  …

Insgesamt hat die Befragung gezeigt, dass viele Teilnehmer eine Notwendigkeit von Instant Payments sehen.
Quelle: Studie der ibi research 07/2016: Instant Payments: eine neue Revolution im Zahlungsverkehr? Downloadlink: http://www.ibi.de/aktuelle-meldungen/1513-neue-studie-instant-payments-eine-neue-revolution-im-zahlungsverkehr.html