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Das SCT (SEPA-Überweisung) - Verfahren

Die Zahlungsdiensterichtlinie (PSD) schreibt vor, dass ab 2012 die Überweisung innerhalb eines Arbeitstages auszuführen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt konnten drei Tage für die Ausführung der Überweisung beansprucht werden.

Die Rückrufanforderung kann durch den Debitor (Service, zu der die Bank des Debitors nicht verpflichtet ist) oder die Bank des Debitors initiiert werden.

Aufgrund der verwendeten Infrastruktur durch die Bank des Debitors bzw. die Bank des Kreditors können die Cut-Off-Zeiten der einzelnen Banken voneinander abweichen. Die Cut-Off-Zeit legt den spätesten Zeitpunkt fest, bis zu dem eine Überweisung bei der Bank eingereicht werden muss, damit die Überweisung am gleichen Tag (oder am nächsten Bankarbeitstag) die Bank des Kreditors erreicht.

1. Einreichung der Überweisung

Der Debitor reicht die SEPA-Überweisung bei seiner Bank ein. Dies kann elektronisch in dem Format PAIN.001 oder beleghaft erfolgen.

 

2. Belastung des Kontos des Debitors
Die Bank des Debitors belastet den Überweisungsbetrag dem Konto des Debitors. Mit Ausnahme des Online-Bankings erfolgt die Einreichung als Sammler, der mehrere Einzelaufträge enthält. Die Belastung erfolgt dann in der Regel als Sammelbelastung.


3. Kontoauszugsinformation
Der Debitor erhält auf seinem Kontoauszug die Information über die Ausführung seines Überweisungsauftrags.

4. Weiterleitung der Überweisung

Die Bank des Debitors leitet die Überweisung direkt oder über eine Clearing- und Verrechnungsinfrastruktur an die Bank des Kreditors in dem Format PACS.008 weiter.

5. Gutschrift auf das Konto des Kreditors

Der Überweisungsbetrag wird dem Konto des Kreditors gutgeschrieben. Aufgrund des Inkrafttretens der PSD erfolgt die Gutschrift zu dem Zeitpunkt, zu dem die Bank des Kreditors selber die Gutschrift erhält. Dies kann am gleichen Tag erfolgen, an dem auch das Konto des Debitors belastet wird oder später. Die PSD schreibt vor, dass ab 2013 die Überweisung innerhalb eines Arbeitstages auszuführen ist. Bis zu diesem Zeitpunkt können 3 Tage für die Ausführung der Überweisung beansprucht werden.


6. Kontoauszugsinformationen

Durch seinen Kontoauszug wird der Kreditor über die Gutschrift informiert.

Wenn die Bank des Kreditors die Überweisung nicht gutschreiben kann, weil z.B. das Konto erloschen ist, wird die Überweisung zurückgegeben. In diesem Fall erfolgt aus technischen Gründen die Gutschrift zunächst auf einem Verrechnungskonto, das dann durch die Rückgabe wieder belastet wird. Das SEPA-Regelwerk sieht vor, dass die Rückgabe innerhalb von 3-TARGET-Arbeitstagen erfolgt.

 

7. Gutschrift auf einem Verrechnungskonto
Das Verrechnungskonto wird mit dem ursprünglichen Überweisungsbetrag belastet.

 

8. Kontoauszugsinformation
Bankintern wird ein Kontoauszug für das Verrechungskonto mit der Belastungsbuchung erzeugt.


9. Weiterleitung der Rückgabe
Die Rückgabe wird von der Bank des Kreditors in dem Format PACS.004 an die Bank des Debitors übertragen.


10. Gutschrift auf das Konto des Debitors
Der zurückgegebene Überweisungsbetrag wird dem Konto des Debitors gutgeschrieben.


11. Kontoauszugsinformation
Die Gutschrift wird dem Debitor auf seinem Kontoauszug angezeigt.

Die Bank des Debitors kann die Überweisung zurückrufen

 

12. Rückrufanforderung
Bis zu 10 TARGET-Arbeitstage nach dem Verrechnungsdatum (Verrechnung der Zahlung zwischen den Banken) kann die SEPA-Überweisung zurückgerufen werden. Dies kann geschehen, wenn einer der folgenden Gründe vorliegt:

  • Die Überweisung wurde doppelt gesendet.
  • Aufgrund von technischen Problemen wurde eine fehlerhafte Überweisung versendet.
  • Der Überweisung lag ein Betrugsfall zugrunde.

Die Rückrufanforderung kann durch den Debitor (Service, zu der die Bank des Debitors nicht verpflichtet ist) oder die Bank des Debitors initiiert werden. 

 

13. Weiterleitung des Rückrufs
Die Bank des Debitors leitet ihren Überweisungsrückruf oder den Überweisungsrückruf des Debitors an die Bank des Kreditors weiter. Dies erfolgt in dem Format CAMT.056.

Innerhalb von 10 TARGET-Arbeitstagen entscheidet die Bank des Kreditors, ob sie den Betrag zurück überweist.

 

Voraussetzung für die Durchführung eines Rückrufes sind:

  • Es ist genügend Deckung auf dem Konto des Kreditors vorhanden.
  • Die Überweisung wurde noch nicht zurückgegeben.
  • Der Kreditor hat dem Rückruf zugestimmt (die Zustimmung des Kreditors kann aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen des Landes in dem der Kreditor sein Konto führt, notwendig sein).

Im Falle der Durchführung des Rückrufs werden die folgenden Schritte durchgeführt:

 

14. Rücküberweisung
Die Bank des Kreditors leitet die Rücküberweisung an die Bank des Debitors weiter. Die Rücküberweisung erfolgt in dem Format PACS.004.

 

15. Belastung des Kontos des Kreditors
Das Konto des Kreditors wird belastet.

 

16. Kontoauszugsinformationen
Dem Kreditor wird die Belastung des Kontos auf seinem Kontoauszug mitgeteilt.


17. Gutschrift auf dem Konto des Debitors
Dem Debitor wird der zurückgegebene Betrag gutgeschrieben. Die Gutschrift kann auch auf einem internen Konto erfolgen (z.B., wenn die Überweisung doppelt ausgeführt wurde, der Debitor aber nur einmal belastet wurde.)

 

18. Kontoauszugsinformationen
Dem Debitor wird die Gutschrift auf seinem Kontoauszug mitgeteilt, falls die Rückgabe seinem Konto gutgeschrieben wurde.

14a. Ablehnung
Entscheidet sich die Bank des Kreditors, der Rückrufanforderung nicht nachzukommen, so teilt sie dies der Bank des Debitors in Form einer Nachricht vom Typ CAMT.029 mit. Gründe für eine Nichtdurchführung des Rückrufes können sein:

  • Es ist nicht genügend Deckung auf dem Konto des Kreditors vorhanden.
  • Das Konto wurde geschlossen.
  • Es sprechen gesetzliche Bestimmungen gegen die Durchführung des Rückrufes (in diesem Fall ist die Entscheidung im Klartext zu begründen).
  • Der Kreditor verweigert den Rückruf.
  • Keine Reaktion durch den Kreditor.
  • Die Originalüberweisung wurde nicht empfangen.
  • Die Überweisung wurde bereits zurückgegeben.

In der Regel erfolgt der Austausch der Transaktionen und der R-Transaktionen durch eine Verteil- und Verrechnungsinfrastruktur (CSM = Clearing and Settlemet Mechanism).

In Deutschland wird eine Infrastruktur für die SEPA-Überweisung durch den SEPA Clearer der Deutschen Bundesbank zur Verfügung gestellt.
Da jedoch nicht alle Banken in Deutschland direkt über die Bundesbank erreichbar sind haben sich die CSMs vernetzt, so dass ggf. mehrere CSMs an der Weiterleitung der Nachrichten beteiligt sind.

Aufgrund der verwendeten Infrastruktur durch die Bank des Debitors bzw. die Bank des Kreditors können die Cut-Off-Zeiten der einzelnen Banken voneinander abweichen.