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Wie funktioniert SEPA?

Am 30. März 2012 wurde die Verordnung (EU) Nr. 260/2012 des europäischen Parlaments und des Rates vom 14. März 2012 zur Festlegung der technischen Vorschriften und der Geschäftsanforderungen für Überweisungen und Lastschriften in Euro und zur Änderung der Verordnung (EG) Nr. 924/2009 veröffentlicht und trat damit in Kraft.

Durch die EU-Verordnung werden folgende Rahmenbedingungen festgelegt:
1. Der gemeinsame Endtermin für die nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren gilt zum 01.02.2014 (für Nicht-Euroländer zum 01.10.2016). Die Einreichung von Überweisungen und Lastschriften erfolgen im pain-Format und die Auslieferung der Kontoauszüge im camt-Format. Die pain- und camt-Formate werden durch den ISO-20022-Standard festgelegt.


2. Übergangsregelungen für das ELV-Verfahren gelten unter Berücksichtigung des deutschen Begleitgesetzes bis zum 01.02.2016.

 

3. Die Nutzung von Kontonummer und BLZ für nationale Zahlungen von Verbrauchern ist bis zum 01.02.2016 möglich. IBAN und BIC werden bis dahin durch die Bank kostenlos konvertiert (deutsches Begleitgesetz erforderlich).

 

4. Ab 01.02.2014 gilt IBAN-only für nationale Zahlungen. Das bedeutet, dass bei Angabe des IBAN der BIC entfallen kann. Dieser Zeitpunkt kann aber durch den deutschen Gesetzgeber auf den 01.02.2016 verschoben werden.

 

5. Ab dem 01.02.2016 gilt IBAN-only für alle Zahlungen.

 

6. Neben der AGB-Lösung sollen die bis zum 01.02.2014 erteilten Einzugsermächtigungen bei Fehlen nationaler gesetzlicher Regelungen oder fehlender Kundenvereinbarungen auch nach dem Ende der Migrationsfrist ihre Gültigkeit behalten. Gleichzeitig wird die Einzugsermächtigung als Ermächtigung des Zahlungsdienstleisters des Zahlers zur Ausführung der Lastschrift ausgelegt (gesetzliche Übergangsregelung).

 

7. Das Konto muss für Lastschriften hinsichtlich Betrag, Periodizität und Zahlungsempfänger gesperrt werden können.

Die Deutsche Kreditwirtschaft hat Antworten auf häufig gestellte Implementierungsfragen veröffentlicht, die Sie hier finden:

 

Implementierungsfragen zu SEPA Februar 2013 

Implementierungsfragen zu SEPA Juli 2012

Implementierungsfragen zu SEPA Juli 2011
Implementierungsfragen zu SEPA (weitere Antworten vom Juli 2011)

 

Am 29. Februar 2012 wurden weitere Implementierungsfragen vom BITKOM bei der Deutschen Kreditwirtschaft eingereicht. Die Antworten der DK (Stand November 2012) finden Sie hier: 

 

Implementierungsfragen zu SEPA November 2012


Neben den Vorgaben des Gesetzgebers:
a) Verwendung des pain-Formats (ISO-20022-Standard) anstelle des DTA-Formats.
b) Verwendung des camt-Formats (ISO-20022-Standard) anstelle des MT-Kontoauszugs bzw. anstelle der DTI-Datei
c) Festlegung der Datenelemente, die zu verwenden sind
d) Verwendung der IBAN zur Adressierung der Konten
e) Verwendung des Lastschrifttyps (First, Recurrent, One-Off, Final)

ergeben sich wesentliche Anforderungen aus den Regelwerken des EPC (European Payments Council) und der Deutschen Kreditwirtschaft, wie z.B.:
• Vorlauffristen bei der Einreichung der Lastschrift,
• Pflicht zur Pre-Notification,
• Regeln zur Festlegung des Lastschrift-Typs (FRST, RCUR, OOFF, FNAL),
• Regeln zur Anzeige von Mandatsänderungen,
• Festlegung des Zeichensatzes (Umlaut-Problematik),
• Detailregelungen zum Aufbau einzelner Datenfelder.

In Deutschland ist die Lastschrift ein beliebtes Bezahlverfahren im Online-Handel. Damit die Lastschrift auch im SEPA-Umfeld eingesetzt werden kann, sind Anpassungen erforderlich (siehe: A2 des BITKOM-Forderungskatalogs).

Bewährte Prozesse – auch aus Sicht des Verbrauchers -, wie z.B. die Mitteilung der Adressänderung per Internet oder Telefon werden durch das Regelwerk erheblich eingeschränkt oder gar nicht mehr möglich sind. Hier werden vom BITKOM entsprechende Erleichterungen vorgeschlagen (siehe: A3 und A4 des BITKOM-Forderungskatalogs).

 

Die Einschränkung des Verwendungszwecks auf 140 Zeichen erzeugt Anpassungs-Aufwand bei dem Empfänger einer Zahlung, da die für die Abstimmung benötigten Infos ggf. verloren gehen (siehe: A15 des BITKOM-Forderungskatalogs).

 

Unternehmen sollten sich baldmöglichst auf Veränderungen ihrer internen Prozesse auf den Zahlungsverkehr vorbereiten. Der Hightech-Verband BITKOM hat daher einen SEPA-Leitfaden mit den wichtigsten Informationen zum neuen Verfahren veröffentlicht. Er ist kostenlos abrufbar unter SEPA-Leitfaden.