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Infrastruktur Instant Payments

Netz- und PKI-Infrastruktur 

Die Netzinfrastruktur zwischen den PSP und dem IPM kann gestellt werden durch:

  • SWIFT
  • SIA-Net
  • das Internet (EBICS)
  • .....


Als PKI-Infrastruktur reicht ein bilateraler Austausch der öffentlichen Schlüssel zwischen dem Instant Payments Messaging und den direkten Teilnehmern (wie z.B. beim SEPA-Clearer der Deutschen Bundesbank).

PISP (Payment Initiation Service Provider)

Soll heute im Internet die SEPA-Überweisung als Zahlungsinstrument genutzt werden wird die Hilfe eines Vermittlers, eines PISP (Payment Initiation Service Providers) benötigt. Der Vermittler hängt sich zwischen Kunde und Händler und zwischen Kunde und Bank. Für den POS gibt es heute keine Lösung.

I01: Der Kunde wählt die Direktüberweisungsverfahren (Direct-SCT) als Bezahlverfahren (nur Auswahl an sich) und klickt dann im Shop auf "kostenpflichtig bestellen" [normalerweise wird dadurch der Kaufvertrag geschlossen].
I02: Der Händler reicht den Kunden weiter auf die Bezahlseiten des PISP und übergibt dabei relevante Parameter (z.B. Betrag, Verwendungszweck).
I03: Der PISP vergibt eine PISP-Transaktions-ID (für Reklamationen etc.) und fordert vom Kunden auf, das Land und die nationale Bankleitzahl oder den BIC seiner Bank einzugeben.
I04: Der Kunde teilt dem PISP die Daten mit (und klickt auf weiter).
I05: Der PISP fordert die Kontoverbindung (z.B. IBAN oder andere Kennung) und die PIN an.
I06: Der Kunde teilt dem PISP diese Daten mit.
I07: Der PISP loggt sich in das Online-Banking-Portal der Bank des Kunden (Bank A) mit diesen Daten ein.
I08: Die Bank A bestätigt den erfolgreichen Login dem PISP.
I09: Der PISP fordert den Kontostand, eine Aufstellung vorgemerkter Buchungen und den Dispositions¬rahmen an, soweit möglich. Diese Daten werden für das Risiko-Management benötigt.
I10: Die Bank A übermittelt die Daten.
I11: Wenn auf Grund der übermittelten Daten der PISP sicher ist, dass die Überweisung durch die Bank A ausgeführt werden wird, füllt er die Überweisung mit den Händler-parametern aus und übergibt den Auftrag im Namen des Kunden an die Bank A. Anderenfalls wird der Bezahlvorgang abgebrochen.
I12: Die Bank A fordert beim PISP die Autorisierungsdaten an.
I13: Der PISP fordert die Autorisierungsdaten beim Kunden an.
I14: Der Kunde übermittelt die Autorisierungsdaten an den PISP.
I15: Der PISP übermittelt die Autorisierungsdaten an die Bank A.
I16: Die Bank A bestätigt die Annahme des Auftrags gegenüber dem PISP.
I17: Der PISP zeigt dem Kunden auf der Seite des PISP eine Zusammenfassung der Transaktion an, inkl. Button "Zurück zum Shop".
I18: Der PISP bestätigt die erfolgreiche Durchführung an den Händler.
I19: Der Kunde klickt auf "Zurück zum Shop" und wird auf die Website des Shops gelei-tet.
I20: Der Händler bestätigt den Kauf dem Kunden gegenüber.
C-1: Die Bank A leitet die Überweisung in einer Batch-Datei an ein Clearing-System (z.B. den SEPA-Clearer der Deutschen Bundesbank).
S: Der Betrag wird von der Bank A zur Bank B transferiert (Settlement).
C-2: Das Clearing-System leitet die Überweisung in einer Batch-Datei an die Bank B wei-ter.
R: Die Bank B informiert den Zahlungsempfänger über den Geldeingang.

Instant Payments am POS und im Internet

Im Folgenden wird dargestellt wie das Bezahlen am POS oder im Internet in Zukunft realisiert werden kann:

I01: Der Kunde (Payer) aktiviert an der Kasse seine Bezahl-App und wählt die Instant Payment als Bezahlverfahren.
I02: Der Händler (Payee) übermittelt die Zahlungsdetails
• seine Kontonummer
• den Betrag
• die End-to-End-ID
• den Verwendungszweck
• und zusätzliche Daten (z.B. für den elektronischen Kassenbon oder die elektronische Rechnung)
an die Bezahl-App des Kunden (Payer), die von dem PSP des Kunden (Bank A) oder einem Drittanbieter (PISP= Payment Initiation Service Provider) bereitgestellt wird.
Die Übermittlung zur Bezahl-App erfolgt mittels QR-Code, Strichcode oder App-to-App- Kommunikation.
I03: Die Bezahl-App erstellt den Auftrag zur Ausführung einer Instant Payment mit den Händlerdaten und bestätigt den Auftrag.
I04: Die Bank A fordert beim Kunden die Autorisierungsdaten an.
I05: Der Kunde autorisiert den Auftrag, z.B. mit einem Fingerabdruck.
C-1: Die Bank A sendet die Instant Payment an die Infrastruktur.
C-2: Die Infrastruktur prüft, ob die Verrechnung durchgeführt werden kann. Wenn dies der Fall ist, wird die Instant Payment an die Bank B weitergeleitet.
C-3: Die Bank B prüft, ob die Instant Payment angenommen werden kann und teilt das Ergebnis der Infrastruktur mit. Der Betrag wird dem Empfänger verfügbar gemacht, wenn die Bank B die Instant Payment annimmt.
C-4: Die Ergebnisse der Prüfungen werden an die Bank A weitergeleitet. Im positven Fall, wird die Endgültigkeit der Transaktion bestätigt.
C-4‘: Die Endgültigkeit der Transaktion wird der Händlerbank bestätigt.
R1: Der Händler-Client fragt an, ob der Betrag verfügbar ist. Diese Anfrage kann auch zu einem früheren Zeitpunkt (nach I02) erfolgen.
R2: Die Bank B informiert den Zahlungsempfänger aktiv oder passiv, dass über den Betrag verfügt werden kann.
I06: Der Händler bestätigt den Kauf dem Kunden gegenüber.
I07: Die Bank A bestätigt die Ausführung bzw. die Nicht-Ausführung des Auftrags ge-genüber dem Kunden.
S: Der Betrag wird von der Bank A zur Bank B transferiert (Settlement).

Dezentrale Infrastruktur

Interne Instant Payments

Führen Zahler und Zahlungsempfänger ihre Konten bei demselben PSP, so wird die Zahlung intern abgewickelt. In diesem Fall ergibt sich das folgende vereinfachte Bild:

Instant Payment innerhalb einer Gruppe

Führen Zahler und Zahlungsempfänger ihre Konten bei PSP, die derselben Gruppe angehören, so werden die Transaktionen in der Regel innerhalb der Gruppe über ein Zentralinstitut abgewickelt:

Für das Settlement können ggf. andere Verfahren eingesetzt werden.

Instant Payment innerhalb eines nationalen Systems

Es ist durchaus denkbar, dass nationale Instant Payments Lösungen entstehen, da ja auch heute noch der überwiegende Teil der Transaktionen national ist.