Direkt zum Inhalt Direkt zur Hauptnavigation

Lastschrift-Implementierung

Folgende Entscheidungen beeinflussen die Implementierung der SEPA-Lastschrift:

Entscheidung A (Nutzung der Lastschriftarten)

  • A1: Es wird die Basis-Lastschrift genutzt (CORE). 
  • A2: Es wird die Basis-Lastschrift mit verkürzter Vorlauffrist von einem Tag genutzt (COR1). 
  • A3: Es wird die Firmenlastschrift genutzt.
  • A4: Es werden mehrere Lastschriftarten genutzt.


Bei der Umstellung auf die SEPA-Lastschrift sollte man prüfen, ob man nicht ggf. vom Einzugsermächtigungs-verfahren auf das B2B-Verfahren umstellt, soweit es möglich ist. Das B2B-Verfahren bietet für den Kreditor den Vorteil, dass die Rückgabemöglichkeit nach der Einlösung der Lastschrift durch den Debitor entfällt. Die B2B-Lastschrift kann jedoch nur dann eingesetzt werden, wenn der Debitor kein Endverbraucher ist. Im Falle des Abbuchungsverfahrens besteht nicht die Möglichkeit, diese im Rahmen der AGB-Änderung in ein B2B-Mandat zu überführen.

Entscheidung B (Behandlung von Bestandskunden)
(gilt nur für CORE/COR1)

Wie wird das Mandat bei Bestandskunden erstellt, die eine Einzugsermächtigung erteilt haben?

  • B1: Umwandlung auf Grund der AGB-Regelung (eine gültige Einzugsermächtigung liegt vor). 
  • B2: Einholung einer Einzugsermächtigung und Umwandlung auf Grund der AGB-Regelung (eine gültige Einzugsermächtigung liegt nicht vor oder kann nicht mehr nachgewiesen werden).
  • B3: Neueinholung der Mandate

 

Eine Umwandlung aufgrund der AGB-Regelung ist nur dann möglich, wenn eine gültige Einzugsermächtigung vorliegt. Eine gültige Einzugsermächtigung liegt dann vor, wenn die Einzugsermächtigung schriftlich eingeholt wurde und die Einzugsermächtigung entsprechend der gesetzlichen Vorschriften archiviert wurde.

Liegt keine gültige Einzugsermächtigung vor, so kann es dennoch sinnvoll sein, zunächst eine Einzugsermächtigung einzuholen, um diese dann im Rahmen der AGB-Änderung in ein Mandat umzudeuten. Die Einzugsermächtigung ist wesentlich einfacher aufgebaut, als das SEPA-Mandat.

Anmerkungen zu B1 (Umwandlung auf Grund der AGB-Regelung):
Wird von der Umwandlung der Einzugsermächtigung in ein SEPA-Mandat Gebrauch gemacht, dann sind die folgenden Fälle zu unterscheiden:

  • B1a: Die heutige Einzugsermächtigung bezieht sich auf den Kunden.
  • B1b: Die heutige Einzugsermächtigung bezieht sich auf den einzelnen Vertrag. 
  • B1c: Die heutige Einzugsermächtigung bezieht sich auf eine Gruppe von Verträgen.

 

Dementsprechend ergibt sich:

  • B1a: Das umgewandelte Mandat bezieht sich auf den Kunden.
  • B1b: Das umgewandelte Mandat bezieht sich auf den einzelnen Vertrag. 
  • B1c: Das umgewandelte Mandat bezieht sich auf eine Gruppe von Verträgen.

 

Wenn sich die bestehende Einzugsermächtigung auf das gesamte Kundenverhältnis bezieht, dann gilt das auch für das daraus abgeleitete Mandat. Bezieht sich die Einzugsermächtigung auf einen Vertrag, dann gilt dies auch für das daraus abgeleitete Mandat. Entsprechendes gilt, wenn sich die Einzugsermächtigung auf eine Gruppe von Verträgen bezog.

Nach Auffassung der Deutschen Kreditwirtschaft ist es nicht erforderlich, dass ein Mandat immer vertragsbezogen ist. Eine ausländische Debitorbank kann dies ggf. anders sehen. Deshalb ist es ratsam, bevor nicht vertragsbe-zogene Mandate zum Einsatz kommen, Rücksprache mit seiner Hausbank zu nehmen und die geplante Vorgehensweise von dieser absegnen zu lassen.

Darüber hinaus ist zu beachten:
• B1xa: Der Vertragspartner ist der Zahler (Debitor).
• B1xb: Der Vertragspartner ist nicht der Zahler (Debitor)*.

 

Anmerkungen zu B2 (Einholung einer Einzugsermächtigung und Umwandlung auf Grund der AGB-Regelung):
Die Einzugsermächtigung wird eingeholt und mit Hilfe der AGB-Änderung in ein SEPA-Mandat gewandelt. Auch hier sind dann die folgenden Fälle zu unterscheiden:

  • B2a: Die Einzugsermächtigung und das daraus abgeleitete Mandat bezieht sich auf den Kunden.
  • B2b: Die Einzugsermächtigung und das daraus abgeleitete Mandat bezieht sich auf den einzelnen Vertrag. 
  • B2c: Die Einzugsermächtigung und das daraus abgeleitete Mandat bezieht sich auf eine Gruppe von Verträgen.

 

Wird die Einzugsermächtigung neu eingeholt, so kann dies sowohl für die gesamte Kundenbeziehung für einen Vertrag oder für eine Gruppe von Verträgen erfolgen.

Dementsprechend ergibt sich: 

  • B2a: Das abgeleitete Mandat bezieht sich auf den Kunden.
  • B2b: Das abgeleitete Mandat bezieht sich auf den einzelnen Vertrag. 
  • B2c: Das abgeleitete Mandat bezieht sich auf eine Gruppe von Verträgen.

Die Anmerkungen zu B1 gelten entsprechend.

 

Darüber hinaus ist zu beachten:

  • B2xa: Der Vertragspartner ist der Zahler (Debitor).
  • B2xb: Der Vertragspartner ist nicht der Zahler (Debitor)*.

 

Anmerkungen zu B3 (Neueinholung der Mandate):
Wird von der Umwandlung der Einzugsermächtigung in ein SEPA-Mandat kein Gebrauch gemacht, dann sind die SEPA-Mandate neu einzuholen. Auch hier ergeben sich dann drei Möglichkeiten:

  • B3a: Es werden kundenbezogene Mandate eingeholt.
  • B3b: Es werden vertragsbezogene Mandate eingeholt.
  • B3c: Es werden Mandate eingeholt, die sich auf eine Gruppe von Verträgen beziehen.

 

Dementsprechend ergibt sich:

  • B3a: Das eingeholte Mandat bezieht sich auf den Kunden.
  • B3b: Das eingeholte Mandat bezieht sich auf den einzelnen Vertrag.
  • B3c: Das eingeholte Mandat bezieht sich auf eine Gruppe von Verträgen.

Die Anmerkungen zu B1 gelten entsprechend.

 

Darüber hinaus ist zu beachten:

  • B3xa: Der Vertragspartner ist der Zahler (Debitor).
  • B3xb: Der Vertragspartner ist nicht der Zahler (Debitor)*.

Entscheidung C (Behandlung von Neukunden) (nur für CORE/COR1):

Wie wird das Mandat bei Neukunden bis zum 01.02.2014 eingeholt?

  • C1: Einholung einer Einzugsermächtigung und Umwandlung auf Grund der AGB-Regelung
  • C2: Neueinholung der Mandate

 

Anmerkungen zu C1 (Einholung einer Einzugsermächtigung und Umwandlung auf Grund der AGB-Regelung):
Siehe B2
 
Anmerkungen zu C2 (Neueinholung der Mandate):

Siehe B3

Entscheidung D (Fristen für die Pre-Notification) (nur für CORE/COR1):

  • D1: Es wird mit der in den Rulebooks vorgesehenen Pre-Notification-Frist von 14 Tagen gearbeitet.
  • D2: Es wird eine kürzere Pre-Notification-Frist in den eigenen AGBs mit allen Kunden vereinbart. 
  • D3: Es wird kundenindividuell die Pre-Notifications-Frist vereinbart. 
  • D4: Es wird vertragsbezogen die Pre-Notifications-Frist vereinbart.

 

In der Regel ist es nicht sinnvoll, mit der Standard-Pre-Notifications-Frist von 14 Tagen zu arbeiten. Deshalb sollten mit dem Kunden kürzere Pre-Notifications-Fristen vereinbart werden. Die Rulebooks schreiben vor, dass die Pre-Notification vor der Einreichung der Lastschrift bei der Bank versendet werden muss. Im Rahmen der AGB können kürzere Pre-Notifications-Fristen vereinbart werden. Diese Möglichkeit kann aber dann nicht genutzt werden, wenn der Kunden aufgrund einer AGB-Änderung ein Sonderkündigungsrecht eingeräumt wird. Es kann deshalb notwendig werden, die Pre-Notifications-Frist kunden- oder vertragsbezogen zu vereinbaren.

Entscheidung E (Zusammenfassung von Einzellastschriften):

  • E1: Die Lastschriften von mehreren Konzerngesellschaften werden über das Konto einer Konzerngesellschaft eingezogen.
  • E2: Jede Konzerngesellschaft zieht ihre Lastschriften über ein eigenes Konto ein.

 

Anmerkungen zu E1:
Die Konzerntochter, über deren Konto eingezogen wird, ist der Kreditor. Ihr Name und Anschrift ist Bestandteil des Mandats und ihre Kreditor-ID wird in das Mandat aufgenommen. Der abweichende Vertragspartner wird ebenfalls im Mandat angegeben.

Entscheidung F (Zusammenfassung von Einzellastschriften):

  • F1: Lastschriften für den gleichen Debitor mit gleichem Fälligkeitstermin sollen zusammengefasst werden.
  • F2: Lastschriften für den gleichen Debitor mit gleichem Fälligkeitstermin sollen nicht zusammengefasst werden.

 

Anmerkungen zu F1:

Eine Zusammenfassung von Einzellastschriften ist nur dann möglich, wenn sich die Einzellastschriften auf dasselbe Mandat beziehen, denn die Mandats-ID ist Bestandteil der Lastschrift. Wird von der Möglichkeit der Zusammenfassung Gebrauch gemacht, so ist zu beachten, dass die Pre-Notification neben dem Fälligkeitstermin auch die Summe der Sammellastschrift enthält. Es ist nicht zulässig, die Einzellastschriften zu prenotifizieren.

Entscheidung G (zukünftige Optionen):

  • G1: Das E-Mandat des EPC soll (sobald verfügbar) genutzt werden. 
  • G2: Zukünftige Optionen, die die Banken anbieten, sollen genutzt werden. 
  • G3: Zukünftige AOS, die die Banken anbieten, sollen genutzt werden.

 

Bei der Konzeption der Mandatsverwaltung sollte eine Struktur verwendet werden, die es auch ermöglicht, zukünftige Optionen und Erweiterungen des Lastschriftverfahrens zu nutzen.

Entscheidung H (Elektronischer Kontoauszug):

  • H1: Die interne Verarbeitung der Kontoauszüge wird vor dem 01.02.2014 auf den camt.053 und den camt.054 umgestellt. 
  • H2: Die interne Verarbeitung der Kontoauszüge wird zum Stichtag 01.02.2014 auf den camt.053 und den camt.054 umgestellt. 
  • H3: Die interne Verarbeitung der Kontoauszüge wird nach dem 01.02.2014 auf den camt.053 und den camt.054 umgestellt. Übergangsweise erfolgt eine Konvertierung von dem camt.053 in den MT940 und dem camt.054 in das DTI (bzw. Umsatz.txt/Auszug.txt).

 

Die EU-Verordnung schreibt vor, dass elektronische Kontoauszüge mit SEPA-Zahlungen ab dem 01.02.2014 im camt-Format von den Banken zur Verfügung gestellt werden müssen. Deshalb sollte man im Rahmen des SEPA-Projektes auch die Umstellung vom MT940 bzw. vom elektronischen Kontoauszug (Umsatz.txt, Auszug.txt) auf camt.053 bzw. camt.054 zu berücksichtigen.

* Wichtig ist, dass das Mandat zwischen dem Kreditor und dem Debitor zustande kommt. Ist der Debitor (Zahler) nicht identisch mit dem Vertragspartner (Oma-Enkel-Problem) so gilt dies auch für das Mandat, das aus einer solchen Einzugsermächtigung abgeleitet wird. Der vom Vertragspartner abweichende Zahler ist dann auch darüber zu informieren, dass in Zukunft das SEPA-Verfahren zum Einsatz kommt. Hier kann sich das Problem ergeben, dass von dem Debitor die Anschrift und ggf. der Name nicht vorliegt, da heute oftmals in einem solchen Fall lediglich die Unterschrift des Kontoinhabers angefordert wird.